Wo kommt eigentlich die „Kirche“ her?

Im Alten Testament erwählt sich Gott zunächst einzelne Personen, denen er sich zuwendet, wobei den sogenannten Erzvätern Abraham, Isaak und Jakob dabei eine besondere Bedeutung zukommt. Jakob, der nach seinem Kampf mit Gott am Jabbok den neuen Namen Israel (Gottesstreiter) bekommt, wird der Vater der zwölf Söhne, die später die zwölf Stämme Israels begründen. Aus den zwölf Stämmen wächst das Volk Israel zusammen, das auserwählte Volk Gottes. Zentraler Glaubensort ist der Tempel zu Jerusalem. Erst nach dessen Zerstörung trifft man sich in Versammlungshäusern - hebräisch „beth knesset“, griechisch „Synagoge“.

Im Neuen Testament wird die Gemeinschaft der Christen zunächst mit dem Begriff „Leib Christi“ beschrieben, dann in Anspielung auf die Erwählung Israels auch als „Ekklesia“ (wörtlich: Die Herausgerufene). Ekklesia meint dabei sowohl die einzelne Kirchengemeinde, als auch die weltweite Kirche als Gemeinschaft aller Glaubenden (noch heute heißt die theologische Lehre von der Kirche „Ekklesiologie“). In Bezug auf Gebäude wird der Begriff Ekklesia allerdings nicht gebraucht.

Dies geschieht erst mit dem Begriff „Kirche“ (altdeutsch „kiricha“), der sich von dem griechischen Wort „kyriake“ ableitet, was so viel bedeutet wie „zum Herrn gehörig“. Zur Kirche zählen also alle, die zu Jesus Christus gehören, d.h. an ihn glauben. Im deutschen Sprachgebrauch bezeichnet das Wort „Kirche“ heute nicht nur die „Gemeinschaft der Heiligen (= Getauften)“, sondern ebenso das Versammlungshaus, in dem der Gottesdienst gefeiert wird – ja gelegentlich sogar den Gottesdienst selbst.
„Warscht in de Kärsch?“ kann man darum auch fragen, wenn der Gottesdienst in einem Gemeindehaus stattfand – aber vielleicht ist das eine Spezialität unseres Dialekts, der ja auch Veranstaltungen wie „Kärsch uff pälzisch“ kennt? Nein, auch im Hochdeutschen gibt es ja etwa die „Kirche im Grünen“.
Aber vielleicht lassen Sie ja lieber die Kirche im Dorf !?